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Leseprobe
Erntezeit
im Irak - Datteln und andere seltsame Früchte
Wieder einmal
war es gegen Ende des Jahres 2003, als sich einer der altgedienten
amerikanischen Geheimdienst-Viewer mit gewagten Sätzen weit
aus dem Fenster lehnte. In Amerika scheint sich so etwas wie eine
Tradition zu entwickeln. Alle paar Jahre hält einer der ehemaligen
Mitarbeiter als Prügelknabe her oder singt im Chor der vielen
bunten Meinungen lustig ein weiteres Lied.
War es einige
Jahre zuvor Major Ed Dames, auch als Dr. Doom bekannt, der den globalen
Supergau noch vor der Jahrtausendwende verkündete obwohl Sie
gerade jetzt diese Zeilen lesen können, trat nun ein weiterer
prominenter Staatsviewer ins Scheinwerferlicht der Massenmedien.
Es war "Amerikas Viewer Nr. 1" Joe McMonneagle. Bekannt
geworden durch die veröffentlichten Remote Viewing Sessions,
in denen er per Gedankenkraft einige U-Boot-Werften der Sowjets
detailgenau ausspio-nierte. Ihm ging es aber nicht um einen Weltuntergang
sondern um ein Thema, welches im Dezember 2003 die Gemüter
ähnlich stark erregte. Jedenfalls ein patriotisch eingestelltes
amerikanisches Gemüt: die Suche nach Saddam Hussein, dem angeblich
weltgefährlichen und vermeintlich mit Massenvernichtungswaffen
bestückten Diktator aus dem Irak.
Die exakte und wohl geplante Dramaturgie des zweiten Golfkrieges
verlangte nach einem Endpunkt, ähnlich dem Trommelwirbel vor
dem Kunststück des Seiltänzers. Konnten die viel gesuchten
Massen-vernichtungswaffen schon nicht dafür herhalten, war
es wenigstens die Treibjagd auf Hussein, die ein fulminantes Ende
versprach. Der Erfolg blieb aber aus. Amerikanische Sondereinheiten
suchten und suchten - nur fanden sie nichts.
Joe McMonneagle
äußerte sich nicht nur skeptisch über einen Erfolg
der Suchaktionen gegen Saddam Hussein, er wog nicht ab oder sprach
von Wahrscheinlichkeiten oder ungünstigen Tendenzen - er verneinte
sie schlicht und einfach. Sogar die ARD in Deutschland strahlte
dieses vollmundige Interview im Rahmen der Fernsehserie Dimension
PSI aus, obwohl ansonsten in deutschen Landen bezüglich Remote
Viewing Stille wie an einem Bergsee bei Nacht in den Zentralalpen
herrscht. Wenn, so führte McMonneagle aus, könne man Saddam
Hussein nur noch als Körper bergen, nicht als lebendes Wesen.
Seiner Ansicht nach sei der ehemalige Regierungschef bereits in
den ersten beiden Wochen des Irak-Krieges gestorben. Der Diktator
sei längst tot.
Und ja, es habe in der Vergangenheit Kontakte zwischen ihm (Joe
McMonneagle) und Regierungsstellen gegeben. Nachdem die Gerüchte
um eine aktive amerikanische Geheimdiensteinheit einfach nicht verstummen,
ist so eine Feststellung natürlich Wasser auf alle Mühlen.
Schon Jahre zuvor hieß es, die alten Viewer seien wieder einmal
rekrutiert worden, wenigstens für einzelne Projekte. Dabei
ist die schlichteste Wahrheit nicht einmal die schlechteste: gibt
es diese Einheit, wird die Weltöffentlichkeit es nicht erfahren.
Punkt. Warum also immer wieder diese PR-Spielchen im Halbschatten
einer sauberen und klaren Äußerung?
Jedenfalls stand
die Aussage McMonneagles unverrückbar und eindeutig im Raum:
Saddam Hussein ist schon seit geraumer Zeit tot. Und sie wurde gesendet.
In Amerika, sogar in Deutschland, wer weiß wo sonst noch.
Mitten hinein in die Millionen Hirne. Natürlich wurde deshalb
die Suche nach ihm nicht abgebrochen, natürlich blieben die
Spezial-Kommandos der Army an Euphrat und Tigris und machten ihren
Job. Alles etwas verrückt, nicht?
Am 13.12.2003
war es dann so weit. Amerikanische Geheimdienste suchen ja des Öfteren
tot gefeierte Diktatoren über Jahre weiter. Die länger
lebenden Totgeglaubten haben die lästige Angewohnheit, wie
halbtransparente Wiedergänger umherzuwandeln.
Und sei es nur
im Bewusstsein eines Volkes. Wieder einmal sollte ein für alle
Mal Schluss damit sein.
Eine Kommandoeinheit
durchsuchte eine Schaffarm bei Tikrit, als einem Soldaten ein Büschel
Fasern und eine Gummimatte am Boden auffielen. Da bei der Größe
des Iraks verständlicherweise nicht jede Nadel im Heuhaufen
gesucht werden kann, erscheint derlei genaue Beobachtungsgabe des
Soldaten schon besonders pflichtversessen, ja, nur noch mit sattelitenscharfer
Präzision vergleichbar. Dass einem Soldaten inmitten des grenzenlosen
Chaos, das Städte und Dörfer über die der Krieg tobte
erleiden, "Fasern und eine Gummimatte" auf einer Schaffarm
auffallen ist, gelinde ausgedrückt, phänomenal. Man kann
nur spekulieren, ob es nun in Anlehnung an die PSI Fähigkeiten
der Spezialeinheiten der berühmte sechste Sinn oder aber profaner
Zufall war, der den Soldaten veranlasste mit einigen Kameraden zusammen
den auf einer Schaffarm so unüblichen Dreck beiseite zu räumen.
Gott allein weiß es. Sie taten es.
Jedenfalls entdeckten sie darunter eine Art Deckel aus Styropor.
Im Armeejargon versteht man nun unter "Säuberung"
die Anweisung eine Handgranate ins Loch zu werfen. Nach Standardprozedur
der Soldaten im Irak die Reaktion auf solch verdächtige Erdbunker.
Demokratisierung und Konfliktberuhigung des Iraks hin oder her.
Der hellsichtige Soldat aber unterließ so grobe Taten und
hörte stattdessen eine Stimme aus dem Erdloch sprechen.
"Ich bin Saddam Hussein. Ich bin der irakische Präsident.
Ich will verhandeln."
Die Antwort des Soldaten lautete: "Präsident Bush lässt
Ihnen Grüße ausrichten." Etwas zynisch, nicht?
Tatsächlich: Saddam Hussein war zwar ganz im Sinne von McMonneagles
Version schon Wochen unter der Erde - nur eben nicht tot, sondern
offensichtlich ziemlich lebendig.
Der Rest ist
ebenfalls medienwirksame Geschichte. Verhaftung, Gentest, Fernsehaufnahmen
eines bärtigen ungepflegten Mannes, der offensichtlich einige
Grundrechte wie Menschenwürde und Intimschutz verwirkt hat.
Die Kamera hält unerbittlich drauf. Wie vorher auf den Leichnam
seines Sohnes. Verstümmelt, ein Stück blutverschmierter
Körper, wie Aas.
Das Bild eines Mannes macht die Runde um die Welt. Gebrochen, labil,
Schatten seiner Selbst.
Kurz und knapp
gesagt:
Ein paar Tage vor der Verhaftung Husseins steht einer der Viewer,
die man sonst nie sieht, vor der Fernsehkamera und erzählt,
der Diktator sei tot und kurz darauf wird einer, der ziemlich genau
so aussieht auch noch mit wild klopfendem Herzen gefunden. Ein dummer
Zufall? Peinlicher geht es für einen Profihellseher doch nicht
mehr.
Wenigstens das Vorurteil, Hellseher verlegten ihre Prognosen immer
weit in die Zukunft um Gras über ihre Behauptungen wachsen
zu lassen, wurde diesmal nicht bestätigt.
Das Problem aber blieb:
Ein lebendiger Diktator obwohl tot - geviewt? Falsche Session? Falsche
Bilder?
Irgendwer hat
doch hier Unrecht!
Ja, das kann doch alles gar nicht sein!
Der Meinung,
dies könne nicht sein, war nicht nur der vielleicht zum Donner
gerührte Joe McMonneagle, als er von der Verhaftung Saddam
Husseins erfuhr, sondern wenige Tage später auch der österreichische
Landeshauptmann Jörg Haider. Der äußerte am 16.
Dezember 2003 im ORF die Meinung bei dem am Wochenende von US-Soldaten
Verhafteten könne es sich "genauso um einen seiner vielen
Doppel-gänger handeln".
Bei AFP konnte man nachlesen, der trotz politischem Amt offensichtlich
"Rechtspopulist" gebliebene Haider meine, die "Speichelprobe,
die man entnommen hat, ist nichts wert, weil man vom ihm vorher
keine gehabt hat". Die Berichte von der Festnahme sind seiner
Ansicht nach ein "ziemliches Betrugsmanöver" und
eine "Schmierenkomödie der Amerikaner". Harte Worte,
nicht? Wozu sollte man der Welt einen solchen Bären aufbinden?
Der Fernsehsender
CBS und die New York Times veranstalteten Umfragen, wonach die Werte
von Präsident Bush nach der Verhaftung des alten Mannes im
Erdloch eindrücklich gestiegen waren. Bescheinigten eine Woche
zuvor nur 45 Prozent der US Amerikaner dem Präsidenten eine
"gute Irak Politik", waren es jetzt 59 Prozent. Der Clou
mit dem Diktatorklau aus dem Erdloch kam jedenfalls sehr passend.
Aber es kam
noch besser. Jim McDermott, Abgeordneter des US-Kongresses, hatte
bereits 2002 dem Präsidenten George W. Bush Inszenierungen
in der Irak-Politik vorgeworfen. Da sich jede Behauptung der Bush-Regierung
über irakische Massenvernichtungswaffen in-zwischen als Lüge
herausstellte, vermutete McDermott auch hinter der Festnahme Saddam
Husseins eine Inszenierung.
Die ganze Geschichte war ja soweit rund im Sinne von einem Storyboard
à la Hollywood. Erst die Verbrecherjagd und dann das Happy
End. Einfach, leicht zu verstehen, stringente Handlung, glatter
Schlusspunkt.
Zu rund.
Kongressabgeordneter Dicks stimmte denn auch ein und erwähnte,
angesichts der vielen Irritationen könne die Behauptung von
McDermott nicht als pure Phantasie abgetan werden.
Tatsächlich schien die amerikanische Regierung in punkto virtuelle
Realität allen voraus zu sein. Heute weiß man ja, dass
die derzeitige Regierung eine Menge unglaublich spannender Geschichten
auf Lager hatte. Mit der Erfindung digitaler Fotografie und digitalen
Films hat die Kreativität der Wirklichkeitsarchitektur einfach
keine Grenzen mehr. Toll für Leute mit Phantasie.
Da gab es die Mär von der befreiten Heldin Jessica Lynch und
dem Besuch Bushs auf einem Flugzeugträger in der Krisenregion,
obwohl trotz Film und toller Aufnahmen niemand so genau weiß,
ob der Präsident nun da war oder nicht. Die Diskussionen danach
legen Zeugnis davon. Dann gab es auch die Story mit den Massen-vernichtungswaffen,
die nie existent waren, außer in den Köpfen Weniger und
einen in Ungnade gefallenen und zur globalen Bedrohung hochstilisierten
irakischen Ex Diktator. Unvergessen auch das Medien Event mit dem
Erntedankfest in Bagdad samt Truthahn. Wen wundert, wenn, nach klassischer
"Peter und der Wolf" Manier, nun niemand mehr so richtig
glauben will, was Bush und Co verlautbaren lassen und Zweifel an
der Verhaftung des Diktators aufkommen?
So sprießen
denn die Spekulationen wilder denn je zuvor. Totale Verwirrung.
Eine pakistanische
Zeitung behauptet, Hussein sei bereits am 20. November 2003 gefangen
worden und habe am 23. November einen Selbstmordversuch unternommen
und Madeleine Albright, ehemalige Außenministerin der USA,
behauptete sogar, dass Präsident Bush auch genau wisse, wo
sich Osama bin Laden versteckt (welchen Beweiswert haben "Videobotschaften"
im Jurassic Park "Erde"?) und mit dem Zugriff auf den
politisch richtigen Moment - kurz vor den Wahlen - warte. Echtes
Kaspertheater.
Mit anderen
Worten, ein Jeder erzählt etwas und insgesamt ist man im Trubel
der Stimmen wieder einmal der Wahrheit ferner als je zuvor. Die
Verwirrung erreicht ein Höchstmaß, wird krakelig laut
und ungemein nervend, bevor sich der Zuschauer achselzuckend abwendet.
Er hört vieles, nur die Wahrheit höchstwahrscheinlich
nicht mehr.
Aber die "Verhaftung-des-Diktators-Geschichte"
ist noch nicht zu Ende und hat noch ein Bonbon: Da sind die amerikanischen
Soldaten anlässlich der Festnahme Husseins vor seinem Versteck
gefilmt worden und hinter ihnen hängt, sehr gut zu sehen, eine
Staude mit Datteln. Das wäre trotz uranverseuchten Bodens im
Irak ja soweit erfreulich.
Aber im Dezember gibt es im Irak keine Datteln.
Nicht einmal im Irak.
Woher kommen diese Früchte, die da ja eigentlich gar nicht
sein können und wann wurde die Aufnahme gefertigt?
"Ja, das
kann doch alles gar nicht sein", sagen Sie? Jaja, eben.
Der festgenommene
Hussein doch nur ein Widergänger des irakischen Ex Präsidenten?
Joe McMonneagle, der Recht hat, während der Welt das Gegenteil
vorgeführt wird?
Die aktuellen
Medieneskapaden sind schon bedenklich genug. Weiß man nun
nicht mehr, wem man überhaupt noch was glauben soll, geraten
auch die ehemals staatsangestellten Remote Viewer jenseits des Atlantiks
leider zunehmend in den Verdacht, in der dicken Kloßbrühe
des mediengeschaffenen Wirklichkeitsdesigns herumzurühren.
Es wird unbeantwortet bleiben, ob Joe McMonneagle falsch viewte
und einen Fehler beging, oder ob er Recht hatte. Man wird nicht
wissen, ob er angewiesen wurde, in Staatsdiensten handelte oder
nicht. Wir werden nicht klären, ob er nur ein Bauernopfer war,
alles eine dumme Aneinanderreihung von Zufällen war oder geplant
verlief. Wir wissen es nicht. Und wir werden es nie erfahren. Und
genau so ist das gewollt. Das nächste Thema wartet bereits
in der Schublade um losgelassen zu werden.
Anlässlich
dieses Zwischenfalles wurde mir aber eindringlich bewusst: es gibt
einen Unterschied zwischen den Vätern des RV und deutschen
Viewern. Die Amerikaner waren Armeeangehörige, Geheimdienstler
und wurden mit ebensolchen Projekten betraut. Es war ihr Brot.
Die deutsche Viewer Szene ist unabhängig, manchmal chaotisch,
manchmal dümpelig, sehr vielstimmig und so gar nicht wie die
Fischer -Chöre.
Dies soll nicht
für ein Mehr an Qualität bürgen. Wo Arbeit verrichtet
wird werden Fehler begangen. Aber grundsätzliche Fragen, ob
die Szene oder einzelne Viewer institutionell fremdbestimmt sind,
stellen sich hier zu Lande derzeit einfach nicht.
Und das ist
schon sehr gut so.
Mit der Suche
nach Saddam Hussein beenden wir nun diesen kurzen bunten Rückblick
auf vergangene Projekte. Auf den Mars, die Wirtschaftsentwicklung,
die politische Entwicklung, den Columbia Zwischenfall und den Irak
Krieg.
Es klafft nun
sowieso ein Riss, nachdem wir unsere Sitzungen rückblickend
untersucht haben.
Sie sind so
unglaublich. Sie passen nicht ins Weltbild. Wie immer.
Wie kann man vorher etwas wissen, was nachher eintritt? Warum weiß
man es einmal und dann wieder nicht? Was ergibt sich daraus?
In der Unwahrscheinlichkeitsschleife
Jedes Ereignis
in der sichtbaren Welt ist die Folge einer Idee in der unsichtbaren
Welt.
John Blofeld
Wir hatten im
Grunde zwei Probleme:
Vergangene Sitzungen
zukünftiger Ziele, die sich in vielen Details und der Hauptaussage
als richtig erwiesen hatten, obwohl das unmöglich ist.
Vergangene Sitzungen
zukünftiger Ziele, die bis Sommer 2005 nicht eingetroffen waren
und damit bis auf Weiteres als "falsch" zu werten sind.
Dieser "bis
auf Weiteres" Status wurde hier deshalb vermerkt, weil es ein
immer wieder beobachteter Effekt ist, dass korrekt vorhergesagte
Ereignisse verspätet eintreffen. Ein gut dokumentiertes Beispiel
einer solchen Zeitverzögerung findet man auch in Manfred Jelinskis
Buch "Schritte in die Zukunft", wo der Anschlag auf das
World Trade Center unfreiwillig ins Visier des Viewers kam. Das
Ziel wurde hier auch mit einer Datumsgrenze versehen, was den Viewer
nicht daran hinderte über diese Markierung hinaus zum sozusagen
"nächsten spektakulären Ereignis auf dem Zeitpfeil"
vorauszueilen. Dies war dann der 11.09.2001, der heute als globale
politische und wirtschaftliche Wendemarke gilt. Details zum 11.09.
erspare ich Ihnen an dieser Stelle. Sie sind allgemein bekannt.
Die alltägliche
Vorstellung von Zeit gleicht ja einem stetigen Fluss. Geschehnisse
sind eingebettet in den eher trägen Ablauf der Zeit, die, aus
der Vergangenheit kommend, kurz und irre schnell in der Gegenwart
aufglimmt um wieder zu vergehen, weil sie im nächsten Moment
bereits Zukunft werden will.
Da haben wir
den Salat. Was sollten die Viewer denn in unseren vergangenen Sitzungen
nun gesehen haben? Woher hatten sie denn die Informationen, wenn
nicht aus geistigen Feldern? Was hatten sie zum Beispiel in den
Wirtschaftssessions nach Außen getragen? Die vorherrschend
dominante, ja übermächtige Information in der Matrix zum
Zeitpunkt der Sitzungen musste doch mindestens "wirtschaftliche
Stagnation" eher aber doch "weiterer Rückgang der
Wirtschaftskraft", vielleicht auch "höhere Arbeitslosigkeit"
in den nächsten Jahren lauten. Warum hat das KEINER nach Außen
getragen? Das ist doch systematisch unlogisch! Trotz Depression,
Lohnkürzungen, Massen-arbeitslosigkeit und Kaufkraftschwund,
Gewinneinbrüchen beim Einzelhandel und gestiegenen Preisen
stellt sich ein Viewer so unverdutzt hin und spricht von einer demnächst
"brummenden Wirtschaft". Klasse, was?
Joe McMonneagle
verglich Sitzungen über die Zukunft mit dem Bild des spritzenden
Gartenschlauches und konstruiert sie daraus als instabil und wandlungsfähig.
Zukunft ist dann im Jetzt immer nur Trend und die Sitzung darauf
so etwas wie eine momentan noch gültige Umfrage. Ein Universum
der Möglichkeiten - niemals sicher. Ein Atommodell, eine Wahrscheinlichkeitsrechnung,
ein Chaosgebilde und eine Abfolge von Zufallsereignissen mit einer
starken Brise Bewusstsein vielleicht.
Wie aber wäre
dann diese Sitzung ablesbar gewesen?
Wie sollte das im geschilderten Fall funktioniert haben?
Woher sind dann diese Ergebnisse?
Waren die Viewer denn dann wirklich in der Zukunft und haben selbst
nachgesehen? Dann würde die aber doch feststehen und wäre
gar nicht mehr gestaltbar.
Steht die Zukunft fest? Ist alles determiniert?
Wenn alle Menschen
heute negativ über die Wirtschaftsentwicklung denken, wo sollte
dann der Impuls herrühren, dass ein geistiger Same gelegt würde,
der schließlich tatsächlich zum Aufschwung führt?
Und wenn kein Mensch an eine Erholung der Wirtschaft dachte und
sie trotzdem eintritt, muss es doch vorher definiert gewesen sein.
Dann würden wir in einem determinierten System leben und alle
Freiheit wäre Illusion. Die Zukunft wäre heute schon festgelegt.
Gibt es die Zukunft? Die Gegenwart? Die Vergangenheit? Ist alles
gleichzeitig?
Wie sollte man
vorher wissen was nachher passiert?
Ist Zeit Sinnestäuschung? Statisches oder dynamisches Phänomen?
Eines von Beidem oder Beides zugleich? Halluzination unserer Wahrnehmung?
War der Absturz
der Columbia-Raumfähre ein fest stehendes Ereignis bevor der
Krieg ausbrechen würde? Wenn ja, ab wann steht so etwas fest
und weshalb kann man das vorher sehen? Wieso hat die Columbia plötzlich
etwas mit dem Kriegsbeginn zu tun? Gibt es demnach so etwas wie
vielleicht im Hintergrund unserer Realität ablaufende, nicht
kausale Ursachenketten? Dann wäre der Absturz ein "Meilenstein"
gewesen.
Oder war die
sogenannte Vorausschau so etwas wie ein Sechser im Lotto auf geistigem
Gebiet, also unwahrscheinlicher Zufall mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit
1:27 Millionen?
Unwahrscheinlichkeiten passieren in unserem Leben, in diesem Universum
ständig. Das "Gleich", die Zukunft, ist nicht statisch
berechenbar sondern nur nach Wahrscheinlichkeiten.
Obgleich die berühmte 5% Regenwahrscheinlichkeit keine definitive
Aussage darüber trifft, ob es regnet oder nicht, zeigen sie
wohl das Dilemma auf: "Höchstwahrscheinlich niederschlagsfrei,
Überraschungen nicht zu erwarten" könnte die Erklärung
dahinter lauten. Das Chaos macht seinem Namen Ehre und gerät
nicht zum Dreisatz. Das bemerkt man besonders gut daran, den sonntäglichen
Ausflug mittags um 13:00 am Baggersee abzubrechen, weil die plötzlich
aufkommende, höchst unwahrscheinliche Quellbewölkung die
Badefreuden vernichtet.
Tippt man nun also eine mögliche Zukunft per Vorausschau, gibt
es immer eine statistische und zufällige Restchance Recht zu
erhalten. So ganz trivial erlebt man das ja bei Fußballwetten.
Buchmacher versehen Wahrscheinlichkeiten mit Quoten, transformieren
diese in Zahlen, Chancen und schließlich Geld. Sie leben von
der (Un-) Wahrscheinlichkeit.
Man hätte mit relativ geringem Einsatz Millionär werden
können, wenn man zu Beginn der Europameisterschaft 2002 auf
Griechenland als Europameister getippt hätte
Dann wäre jede Sekunde jeden Tages, jedes Ereignis, Ausdruck
einer gerade gefundenen Balance als Summe sämtlicher Einflüsse.
Die ganze Welt wäre dann ein unsicherer, chaotischer - in der
nächsten Sekunde vielleicht schon in Extreme abrutschender
Ort. Je nachdem wo sich die Balance der Einflüsse einpendelt,
und das muss nicht immer "gemittelt" sein, sondern kann
an der Amplitude stattfinden, also maximal ausgelenkt sein.
Aber auch die
Frage, ob es so etwas wie eine Verwaltungssoftware unserer Welt
gibt wo alle Ergebnisse berechnet und aufgelistet werden, eine Softwaresimulation
unserer Realität, ließe uns keine Ruhe. Schließlich
war es möglich mit den Sessions Daten aus anderen übergeordneten
Dimensionen abzurufen, die unsere Realität steuern könnten.
Dann würden Daten nicht aus dem Jenseits geholt, sondern wir
lebten bereits tagtäglich darin. Der Viewer wäre nicht
in der Session ein Schatten, eine Risszeichnung, eine Kopie von
sich selbst, sondern im "wahren Leben". Ein Viewer hätte
keine "Visionen", wenn er Daten aus der Matrix nach außen
trägt, er hätte sie, wenn er "normal" und im
Hier und Jetzt denkt.
Unsere Welt wäre die Ein-Bildung (ein treffendes Wort für
den Wahr-Nehmungs-Vorgang). Simuliert wäre einen Nagel in die
Wand zu schlagen, im Auto in den dritten Gang zu schalten, eine
Packung Milch in den Einkaufswagen zu legen. Unsere gesamte Welt,
jedes Handeln innerhalb materieller Gebilde wäre wahre Traumtänzerei
in einer Traumzeit - nicht nur der der Aborigines. Wie Marionetten
ständen wir Menschen auf der Weltbühne, unwissend, dass
alles Staffage ist und Remote Viewer, Hellseher etc wären diejenigen,
die das Bühnenbild verlassen um in einem Aspekt der ewigen
Wirklichkeit zu verweilen. Sind wir also - vereinfacht und bildlich
dargelegt - alle in einem Buch, einer Software oder einem Spielfilm
gefangen? Wer mit dem Regisseur spricht, weiß wie der Spielfilm
endet. Wer den Programmierer trifft, stößt auf den Programmcode.
Wer in den Gedanken des Autors badet, weiß um die Zukunft
(solange der sich nicht anders entscheidet).
Remote Viewing kann eine zentrale Bedeutung für unsere Wahrnehmung
haben.
Nicht, weil wir Aussagen über die Zukunft treffen oder Vergangenes
unabhängig von Ort und Zeit recherchieren können. Es ist
nicht die magisch anmutende Komponente, bestimmte Details eines
verborgenen Zieles mit den Fakten übereinstimmend wahrnehmen
zu können.
Wie der Wald, den man vor lauter Bäumen nicht sah, offenbart
sich die Wichtigkeit des Remote Viewing im bloßen Dasein einer
Welt voller Energie.
Es ist das Wunder
von der Existenz eines universellen Speichers.
Es ist die Anderswelt,
das Jenseits. Eine andere Welt voll von Bewusstsein und als einzigem
Element nur daraus gemacht. Und alles Vorhandene, auch was wir hier
leblos nennen, ist dort enthalten und hat so etwas wie eine Seele.
Es gibt nicht
nur eine, sondern viele andere Dimensionen. Und so unerschütterlich
uns diese unsere Realität tagtäglich ankommen mag, so
zerbrechlich ist sie - so sehr ist sie nur ein winzig kleiner Ausschnitt,
ein Teilbereich einer viel umfassenderen Wirklichkeit. Wir leben
in einem Bühnenbild, umgeben von Staffagen und in diesem Buch
werden wir gegen die Kulissen treten und, nachdem sie umgestoßen
sind, einen Blick dahinter wagen.
Wenn Remote
Viewer on target sind, spricht man auch von einer Bilokation, was
nichts anderes bedeutet als dass sie sich praktisch an zwei Orten
gleichzeitig aufhalten. Vielleicht kennen auch Sie dieses seltsam
entrückte, in den Wirklichkeiten balancierende Gefühl
und können es aus eigenem Erleben heraus bestätigen.
Da der Viewer physisch zweifelsohne vor uns sitzt, muss er gedanklich
in der Lage sein seinen Aufenthaltsort zu wechseln, wobei streng
genommen auch sein Bewusstsein zweigeteilt ist: ein Teil ist hier,
der andere da. Mit seiner Aufmerksamkeit geht er in fernen Welten
oder einer anderen Daseinsebene spazieren. Wo ist er denn nun genau?
Der Viewer ist nicht nur in einem Jenseits, nicht nur in einem anderen
gleichberechtigten Universum, sondern er befindet sich viel näher
an der Basis zur Wirklichkeit als wir es in diesem ganzen "normalen"
Leben, in unserem Dasein voller Materie jemals waren.
Es ist kein Zufall, dass wir heute diese Technik anwenden. Seit
Jahrtausenden versuchen wir Menschen Informationen jeder Art zu
speichern, ob dies nun auf Steintafeln, Lederrollen oder modernen
Festplatten geschieht. Wir waren schon immer so etwas wie Datenmessis.
Diese Wut alles fest zu halten, diese Daten - Speicher - Habsucht
ist ein Indiz von modernen Zivilisationen und beginnt im großen
Stil bereits mit den Tonplatten der göttergläubigen Sumerer
3000 vor Christus (deren Genesis als Grundlage für die hebräische
Urbibel herhalten musste). Moderne Zivilisationen zeichnen sich
neben dem Errichten fester Bauwerke und ihrem Hang zum Besitzstreben
eben gerade durch ihre Schriftgelehrtheit und den Aufzeichnungswillen
aus. Allesamt Eigenschaften die den Urvölkern, seien dies nun
Aborigines oder Indianerstämme und ganz gleich, ob diese aus
dem afrikanischen, (süd-)amerikanischen oder asiatischen Bereich
kommen, fremd sind.
Irgendwann dann
stellen wir mit Hilfe des Remote Viewing fest, dass da ein Medium,
genannt Matrix, existiert, das als universeller Datenspeicher zu
fungieren scheint. Von jedem Ort der Welt können Daten zeitunabhängig
in unsere Wirklichkeit transportiert werden. Sicher - schwächenbehaftet.
Die Übermittlung jeder Art von Zahlen oder Schriften klappt
nicht wirklich gut, aber viele Übersetzungen von einer Schrift
oder Sprache in die andere weisen ja auch immer wieder Fehler auf.
Und manchmal schlittert man auch komplett daneben. Ja.
Aber es scheint, als sei alles immer da gewesen. Dass Etwas oder
Jemand für uns die ganze Zeit hindurch alles gesammelt hat
und nichts verloren ging. Wir hätten wohl offensichtlich nichts
aufzeichnen müssen, weil alles da war und auch blieb. Dabei
ist nicht nur unser Gehirn, das Bewusstsein oder die so genannte
Matrix ein natürlicher Speicher. Nein. Wir sind umgeben davon!
Sogar unsere Wirklichkeit hier auf Erden besteht aus einem einzigen
durchweg lebenden interagierenden und überall in jeder Erscheinungsform
vorhandenen Speicher. Wo immer wir hinblicken, erkennen wir natürliche
Speichermedien und vielleicht benötigten wir unsere Evolution
bis zum Informationszeitalter um das endlich zu erkennen.
Dass man etwas
voraussieht passt einfach nicht. Nicht, wenn man es wirklich akzeptieren
und mit dem Alltag vereinigen will und hinterfragt. Dann wird es
unerträglich. Wir hatten akzeptiert, dass es den "Remote-Viewing-Effekt"
gibt, ein quasi-telepathisches Phänomen in dem wir sowohl Beobachter
als auch Beteiligter waren, wir hatten erfahren, dass Alles mit
Allem in Verbindung zu stehen scheint und hatten die zugehörigen
quantenmechanischen Effekte nachgelesen um dies akzeptieren zu können.
Aber was heißt
es wenn ich schreibe der Viewer "eilt voraus" oder dass
man etwas "voraus sieht". Was genau bedeutet das? Reitet
man auf dem Zeitpfeil in die Zukunft und wieder zurück wie
auf einem interdimensionalen Gaul?
Schauen wir
uns die Möglichkeiten einmal an:
1. Der Viewer
reist von der Gegenwart aus in die statische Zukunft und bringt
die Daten heim. (Z)
2. Es gibt keine
Zeit und alles ist im Jetzt. Daten werden aus der Ewigkeit des Jetzt
geborgen. (G)
3. Die Daten
werden aus einer real bestehenden Parallelwelt geholt. (G)
4. Trends werden
aus der Summe momentaner Fakten geholt und auf ein zukünftiges
Geschehen "hochgerechnet". Remote Viewing als Prognosemittel
der Zukunftsforschung. (G)
5. Es wird die
momentan jeweils wahrscheinlichste mögliche Zukunft angesehen.
Das bedeutet, eine echte Zukunftswelt existiert nur so lange, wie
sie wahrscheinlich ist. Das Universum der unendlichen Möglichkeiten.
(Z)
6. Die Daten
werden aus einer anderen Dimension geholt. So, wie man das Ende
eines Filmes, Buches, Computerprogramms oder Liedes kennt. (G)
Der Buchstabe
hinter der These bezeichnet jeweils den zeitlichen Verweilpunkt
des Viewers wenn dieser Daten wie Früchte einsammelt. Er IST
dann in der Gegenwart (G) oder der Zukunft (Z).
Dann gibt es
da noch einige erwähnenswerte Stolpersteinchen, die eng mit
der physikalischen Konstruktion der Unschärfe zusammen hängen.
Webfehler: Voraussage und Unschärfe
"Unsere
heutige Wissenschaft kratzt nur die Oberfläche der Wirklichkeit
an. Was sich darunter befindet, wissen wir nicht."
Harald Lesch, Physiker
Die erhaltenen
Informationen scheinen gerade bei jeder Art der Prophezeiung eng
mit der Unschärferelation der Physik zu korrespondieren - je
genauer man sie ins Auge fassen möchte, je detaillierter man
sie aus dem "Nichts" in unser Raum-Zeit-Gefüge hineinbiegen
will, je mehr man sie in der Sitzung fokussiert, umso schneller
verschwinden sie, werden undeutlicher oder sogar detailliert und
falsch. Die nachstehende Skizze zeigt dieses Dilemma sehr gut auf.
Betrachten Sie bitte die Gitterbalken. An den weißen Kreuzungen
sehen Sie schon nach kurzer Zeit graue Kästchen. Diese stehen
symbolisch für in der Sitzung ermittelte Zukunftsdaten und
werden ziemlich willkürlich mit eingeschleift. Wenn Sie nun
mit dem Auge einen der grauen Punkt fokussieren möchten, verschwindet
er vor Ihrem Auge im Nichts. Stattdessen treten die grauen Punkte
wieder in den Randbereichen auf.
Die Zukunft
entzieht sich also einer genauen Betrachtung und ist immer nur in
bestimmter Auflösung ermittelbar (Nebenbei: Tatsächlich
tun das Vergangenheit und Gegenwart ebenfalls! Was wissen Sie über
die Gegenwart - nur einen winzig kleinen Ausschnitt?).
Das Bildchen
oben steht sinnbildlich ebenfalls für die Schnittstelle der
Datenübertragung von Sitzungsdaten in unser dreidimensionales
Hier-und-Jetzt-Gefüge. Es ist, als hätten PSI Informationen
die Angewohnheit entweder enorm detailliert und speziell zu sein,
wobei der Gesamtüberblick nicht mehr vorhanden ist, oder aber
generell und zusammenfassend, aber unscharf und grob. Beides zusammen
geht nicht.
Über einer gewissen Reizschwelle werden sie urplötzlich
vollkommen falsch. Das bedeutet, wenn sie sowohl detailliert sind,
als auch Überblick bieten, waren sie nach meiner Beobachtung
meist falsch und wurden zum analytisch zusammengesetzten, oft falschen
Gesamtbild
Eine Ausnahme bildet dabei der AUL-Treffer. Hier wird das Ziel ja
meist über ein sehr detailliertes Gesamtbild empfangen und
dann in ein Wort oder Worte umformuliert. Der dritte Schritt vor
dem ersten vollzogen zum Beispiel. Vermutlich ist der Anstoß
für dieses Phänomen ein relativ unscharfes PSI Informationspäckchen
das in der kommunikativen Interaktion der Hirnzellen des Viewers
nacheinander zu einem Bild zusammengesetzt und danach bezeichnet
wird.
Bei der Betrachtung
einer Fotografie nimmt man ab einer bestimmten Größe
des Bildes die Elemente nacheinander auf und setzt sie im Gehirn
in einer Konstruktion oder Kopie der "Wirklichkeit" zusammen.
Die Augen tasten dabei wie Scheinwerfer in der Nacht über das
Bild und liefern Datenpäckchen nacheinander an das Gehirn.
Das Gehirn projiziert in der Vorstellung nur ein scheinbar genaues
Bild dieses Fotos auf der inneren Leinwand. Entweder können
Sie nun den groben Gesamtüberblick dieses Fotos in Ihrer Vorstellung
abrufen oder aber verschiedene genauere Details. Genau dieser Effekt
entspricht meinen Beob-achtungen nach einer Grundstruktur unserer
Welt.
Übertragen wir diesen Effekt auf uns Menschen: Entweder wir
erlangen größtmögliche Detailgetreue und beobachten
eines der 6 Milliarden Teilchen, durchleuchten sein Inneres wie
es vielleicht ein Gesprächstherapeut bei einem Patienten macht
und gewinnen äußerst spezielle Erkenntnisse, die aber
immer weniger Relevanz für die gesamte Menschheit haben, also
immer weniger auf alle übertragbar sind, oder aber wir beobachten
gesamtgesellschaftliche Prozesse oder "den Menschen" als
Idealtypus und gewinnen ausschließlich übergeordnete
Daten allgemeiner Güte, die auf alle Menschen zutreffen, aber
nichts mehr über den Einzelnen im Speziellen aussagen können.
Das ist sozusagen eine informationsbezogene Unschärferelation
aber auch eine real existente Zustandsbeschreibung.
Es fasst nicht nur das Beispiel beim Betrachten des Bildes zusammen,
es fasst Egoismus und Altruismus zusammen, es zeugt davon, wie bei
zunehmender Selbstfixierung der Blick und das Gefühl für
die Allgemeinheit aus der Sichtlinie gerät, aber auch von einer
apfelmännchenartigen Architektur. Alles spiegelt sich ineinander
wider.
Tatsächlich
ist unser gesamtes Dasein, unsere jederzeit vorhandene Wahrnehmung,
das alltägliche Denken niemals speziell oder detailliert sondern
simuliert uns immer nur etwas vor.
Das nachstehende
Gedankenbeispiel treibt diese Simulation von Wirklichkeit und Genauigkeit,
die uns ständig vorgegaukelt wird, auf die Spitze.
Bitte stellen
Sie sich doch einmal eine schöne Alpenwiese mit lauter Gänseblümchen
vor. So schöne gelb-weiße Blüten, überall verteilt.
Haben Sie's?
Alles klar? Gänseblümchen? Bild im Kopf?
Bestens. Ich
habe nun eine Frage an Sie:
Wie viele Gänseblümchen
haben Sie gesehen?
Machen Sie ruhig
die Augen zu und zählen Sie nach.
Sie können
es nicht sagen.
Wenn Sie der
Meinung sind das sei Budenzauberei, weil Sie sich ja alles von A-Z
nur vorgestellt hätten und das mit der Realität nicht
wirklich etwas zu tun habe, dann schauen Sie bitte den nächst
besten Baum draußen an. Ruhig und sehr genau. Danach schließen
Sie bitte die Augen und zählen die Blätter. Auch dies
ist nicht möglich.
Wenigstens die
Anzahl der gesehenen Hauptäste vielleicht? Nein? Auch nicht?
Wir beherbergen
nur ein scheinbar genaues Bild in unserem Kopf. Nicht einmal das
zeitlich versetzte Abzählen der Blätter wie mit einer
Lupe, die wir über unser "Gedankenfoto" bewegen würden,
ist jetzt mehr möglich.
Wegen dieser
völlig anders gearteten Technik unserer Wahrnehmung bedienen
wir uns in der Welt immer wieder verschiedener Techniken des Festhaltens,
ob dies nun Bauten sind, Schriftstücke, Malereien, Fotografien
und was es nicht alles gibt. Das Delta zwischen Erinnerung und erneutem
Anblicken eines Bildes verwechseln wir mit Wahrheit; nichts ahnend,
dass die Wahrheit "dort draußen" wahrhaft multidimensional
ist und ein Foto oder Film eben bloße Reduzierung auf die
Oberfläche darstellt.
Es ist Zeit,
sich der Thematik von einer anderen Warte zu nähern. Dass nämlich
die Dinge miteinander in besonderer Beziehung stehen. Und zwar in
jeder Hinsicht und oft sehr bizarr. Reine Logik hilft hier nicht
mehr weiter, wie wir gleich sehen werden.
Lesen
Sie weiter in: "Der
verborgen Plan" von Frank Köstler
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